Kein Grabstein, keine Pflege, nur Wald. Für immer mehr Familien in Landau ist das der richtige Abschied. Aber „Waldbestattung“ ist kein einheitliches Angebot: Zwischen kommunaler Naturbegräbnisstätte, privatem Bestattungswald und Baumgrabstätte auf dem Friedhof liegen Welten – auch beim Preis.

Baumgrabstätte Landau

1.500 €

Gebühr der Stadt, 30 Jahre

Spanne in Rheinland-Pfalz

890–2.171 €

Baumbestattung, 80 % der Träger

Voraussetzung

Einäscherung

Erdbestattung ist im Wald nicht zulässig

Frist für die Beisetzung

6 Monate

nach der Einäscherung, § 23 BestG

Drei Wege zur Beisetzung am Baum

Wer „Baumbestattung“ sagt, meint meist eines von drei sehr unterschiedlichen Dingen. Die Unterscheidung lohnt sich, weil davon Erreichbarkeit, Kosten und Gestaltungsmöglichkeiten abhängen.

1. Die kommunale Naturbegräbnisstätte

Träger ist eine Stadt oder Gemeinde, die Grundlage ist eine öffentlich-rechtliche Satzung mit Gebührenordnung. Das nächstgelegene Beispiel ist die Trifelsruhe bei Annweiler am Trifels.

2. Der private Bestattungswald

Betrieben von Unternehmen unter Markennamen wie RuheForst oder FriedWald. Sie schließen einen Vertrag über das Nutzungsrecht an einem Baum. In der Region gehören der RuheForst Pfälzerwald und der RuheForst Südpfälzer Bergland bei Wilgartswiesen dazu, weiter nördlich der FriedWald Dudenhofen.

3. Die Baumgrabstätte auf dem Friedhof

Der oft übersehene dritte Weg: Auch städtische Friedhöfe weisen Bereiche mit Baumgrabstätten aus – in Landau ebenso. Sie sind pflegefrei, liegen aber innerhalb einer betreuten Friedhofsanlage mit befestigten Wegen.

Die Anlagen rund um Landau im Vergleich

AnlageOrtEntfernung ab LandauTräger
Baumgrabstätte auf dem FriedhofLandauim StadtgebietStadt Landau
TrifelsruheAnnweiler am Trifelsrund 17 kmStadt Annweiler, kommunal
RuheForst Südpfälzer BerglandWilgartswiesenrund 30 kmprivater Betreiber
RuheForst PfälzerwaldPfälzerwaldje nach Standortprivater Betreiber
FriedWald DudenhofenDudenhofen bei Speyerrund 45 kmprivater Betreiber

Entfernungen als grobe Fahrstrecke ab Landau. Verfügbarkeit, Platzarten und Gebühren ändern sich – verbindlich sind die Angaben des jeweiligen Trägers.

Was eine Waldbestattung tatsächlich kostet

Eine Waldbestattung besteht immer aus drei Rechnungen, die von drei verschiedenen Stellen kommen. Wer nur eine davon vergleicht, vergleicht falsch.

  1. Der Platz im Wald: Nutzungsrecht am Baum oder Naturmerkmal. Je nach Anlage und Art des Platzes – Gemeinschaftsbaum, Familienbaum, Einzelplatz – sehr unterschiedlich.
  2. Die Einäscherung: Eine Naturbestattung setzt immer eine Feuerbestattung voraus. Das Krematorium in Landau liegt im Stadtteil Queichheim.
  3. Die Leistungen des Bestattungshauses: Überführung, Versorgung, biologisch abbaubare Urne, Formalitäten, Begleitung zur Beisetzung. Bei uns sind das für eine Urnenbeisetzung ohne Trauerfeier 3.081,70 Euro inklusive Mehrwertsteuer, Stand Mai 2026.

Zur Einordnung: In Rheinland-Pfalz liegen die Gebühren für eine Baumbestattung bei 80 Prozent der untersuchten Friedhofsträger zwischen 890 und 2.171 Euro. Die Landauer Baumgrabstätte kostet 1.500 Euro bei 30 Jahren Nutzungsdauer. Private Bestattungswälder rufen für Einzelplätze an attraktiver Lage deutlich höhere Beträge auf.

Für eine Urnenbeisetzung an der Baumgrabstätte auf dem Landauer Friedhof liegen Sie damit einschließlich unserer Leistungen bei einem Gesamtpreis von rund 4.600 Euro inklusive Mehrwertsteuer, zuzüglich der Gebühr des Krematoriums als Fremdkosten. Die Gebühren der Friedhofsträger und Bestattungswälder sind ebenfalls Fremdkosten.

Die ehrliche Rechnung. Der Vorteil der Waldbestattung liegt selten im Anschaffungspreis, sondern in dem, was danach nicht mehr kommt: kein Grabmal vom Steinmetz, keine Bepflanzung, keine Pflege über zwanzig oder dreißig Jahre. Genau diese Folgekosten machen bei einem klassischen Wahlgrab oft den größeren Teil aus.

Was das Gesetz vorschreibt

Seit dem 27. September 2025 gilt in Rheinland-Pfalz ein neu gefasstes Bestattungsgesetz. Für Waldbestattungen sind drei Regelungen wichtig.

  • § 5 Begräbniswälder: Ein Bestattungswald ist rechtlich ein Friedhof. In Begräbniswäldern außerhalb umfriedeter Friedhöfe sind ausschließlich Feuerbestattungen oder das Ausbringen der Asche zugelassen.
  • § 6 Ruhezeit: Die Mindestruhezeit für Urnenbeisetzungen und das Ausbringen der Asche beträgt fünf Jahre. Die tatsächliche Nutzungsdauer legt der Träger fest und sie ist in Bestattungswäldern meist erheblich länger.
  • § 23 Frist: Die Urne muss innerhalb von sechs Monaten nach der Einäscherung beigesetzt werden. Sie haben also Zeit, in Ruhe zu entscheiden – aber nicht unbegrenzt.

Neu ist außerdem, dass das Ausbringen der Asche außerhalb von Friedhöfen unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt wurde. Was dabei zu beachten ist, haben wir im Beitrag zum neuen Bestattungsgesetz zusammengefasst.

Sieben Fragen vor der Entscheidung

Bevor Sie sich für eine Anlage entscheiden, fahren Sie hin. Und nehmen Sie diese Fragen mit:

  • Wie weit ist der Weg vom Parkplatz zum Platz – und wie ist er beschaffen?
  • Ist der Platz im Winter und bei Nässe erreichbar?
  • Handelt es sich um einen Gemeinschaftsbaum oder einen Platz für die Familie?
  • Wie lange läuft das Nutzungsrecht, und was passiert danach?
  • Wo findet die Trauerfeier statt – und was, wenn es regnet?
  • Darf der Platz gekennzeichnet werden, etwa mit einem Namensschild?
  • Wer betreut die Anlage, wenn der Betreiber wechselt?

Die letzte Frage stellt kaum jemand, sie ist aber wichtig. Bei kommunalen Trägern steht eine Gebietskörperschaft dahinter. Bei privaten Anbietern lohnt ein Blick in den Vertrag, wie die Fortführung über Jahrzehnte gesichert ist.

Häufige Fragen zur Waldbestattung

Was ist der Unterschied zwischen FriedWald und RuheForst?
Beides sind Markennamen privater Betreiber. Im RuheForst kann die Urne nicht nur an Bäumen, sondern auch an anderen Naturmerkmalen wie Findlingen, Baumstümpfen oder Sträuchern beigesetzt werden. Im FriedWald ist der Baum das Bezugsmerkmal. Der organisatorische Ablauf ist ähnlich, die Preisstruktur unterscheidet sich.
Brauche ich für eine Waldbestattung überhaupt einen Bestatter?
Ja. Der Bestattungswald stellt nur die Fläche und die Beisetzung am Baum. Überführung, Versorgung, Einäscherung, sämtliche Formalitäten und die biologisch abbaubare Urne laufen über das Bestattungshaus. Die Verträge über den Baumplatz schließen Sie direkt mit dem Waldbetreiber.
Ist eine Waldbestattung günstiger als ein Grab auf dem Friedhof?
Nicht automatisch. Ein Platz an einem Einzelbaum in einem Bestattungswald kostet oft mehr als ein Urnengrab auf dem Landauer Friedhof. Günstig wird die Waldbestattung dadurch, dass keine laufende Grabpflege und kein Grabmal anfallen. Über zwanzig oder dreißig Jahre gerechnet kann sie deshalb trotzdem preiswerter sein.
Sind Bestattungswälder barrierefrei?
In der Regel nicht durchgehend. Die Wege sind naturbelassen, bei Nässe rutschig und nicht überall mit Rollator oder Rollstuhl befahrbar. Wenn ältere Angehörige regelmäßig kommen sollen, ist eine Baumgrabstätte auf einem Friedhof meist die bessere Wahl.
Kann eine Trauerfeier im Bestattungswald stattfinden?
Ja. Die meisten Anlagen haben dafür einen Andachtsplatz. Bedenken Sie das Wetter: Eine Feier unter freiem Himmel im Januar ist für ältere Gäste anstrengend. Viele Familien entscheiden sich deshalb für eine Trauerfeier in Landau und eine anschließende Beisetzung im engsten Kreis im Wald.

Passend dazu

Anlagen und Quellen

Anlagen in der Region

Rechtliches und Gebühren

Die Links führen zu Trägern, Behörden und Verbänden. Alle Adressen haben wir im September 2026 geprüft.

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